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Pasta-Cantata: Nudelmusik
Wussten Sie schon, dass man seit neuestem Kochrezepte vertonen und anschließend anhören, anstatt essen kann?
Der stern.de-Mitarbeiter Ralf Sander beobachtete in der Hamburger
Hauptkirche St. Jacobi Menschen, die zum ersten Mal ein Nudelgericht
hörten, statt dieses zu essen. Die Nudel tanzt hier. Es ist nicht
einfach, eine Cannelloni so auf den Saiten eines Cembalos zu
platzieren, dass es genau so klingt, wie der Komponist es sich gedacht
hat. Doch Tim Severloh, der Sänger, der neben dem Gesang auch noch drei
Pastasorten und zwei Jakobsmuscheln bedienen muss, versucht es weiter.
Das konkrete Problem ist, dass ein so genannter "E-Bow" - eine
Art elektrischer Geigenbogen - auf einer Saite des Cembalos liegt und
diese Saite in Schwingungen versetzt. Dies erzeugt einen wabernden Ton.
Die Nudel selbst soll quer dazu platziert werden und die Schwingungen
auf die links und rechts daneben liegenden Saiten übertragen. Doch die
Nudel ist widerspenstig und bleibt nicht an ihrem vorgesehenen Platz
liegen. Die anderen Cannelloni liegen im Inneren an der geschwungenen
Wand des Cembalos. Auch diese können ein nicht berechenbares
Eigenleben entwickeln. Da es im Inneren des Instruments zu eng wird,
müssen drei der Cannelloni weggelassen werden. Spaghetti zeigen sich
etwas kooperativer, wenn man mit ihnen die Saiten "kitzelt".
Kirchenmusikdirektor Rudolf Kelber, der am Cembalo sitzt, erkundigt
sich bei Severloh, der mit seinem Notenpult hadert, ob er „da stehen
will“. Severloh meint daraufhin: "Nein, ich muss ja noch an die
Lasagne...".
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